Kulinarischer Tiefflug auf den Weihnachtsmärkten

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Kulinarischer Tiefflug auf den Weihnachtsmärkten

Unter Adventszeit verstehen wir heute die 4 Wochen vor Weihnachten. Sie ist demnach fest mit dem christlichen Glauben verbunden.

Bußcharakter nicht verloren

Auch wenn seit 1917 das Adventsfasten vom katholischen Kirchenrecht nicht mehr ausdrücklich verlangt wird, hat die Adventszeit prinzipiell ihren Bußcharakter nie verloren. Das endzeitliche Motiv der Wiederkunft Christi – die vom Menschen Buße verlangt – und das weihnachtlich-freudige Motiv der Menschwerdung Gottes prägen gleichermaßen die adventliche Liturgie. Die am dritten Adventssonntag „Gaudete“ („Freut euch“) getragene liturgische Farbe Rosa macht das deutlich: Sie symbolisiert – parallel zum vierten Fastensonntag „Laetare“ („Freue dich“) – die Freude darüber, dass die Hälfte der Bußzeit und damit des Wartens auf den Erlöser erreicht ist.

Wie passen nun unsere Weihnachstmärkte und die religöse Motivation zusammen? Die Antwort ist einfach: Gar nicht!

Man beobachtet hingegen eher eine wie bei Schützenfest/Jahrmarkt/Kirmes ausgelassene Stimmung der Besucher, die sich dem „Genuss“ von deftigen und süßen Speisen hingeben, und die ganze „Melange“ mit Alkohol runter spülen. Das erinnert dann schon mehr an Bruegels Bild vom Schlaraffenland zuzüglich des heute üblichen Plastikmülls.

Auch ökologisch ist der Weihnachtsmarkt mit den Einweg Besteck etc. bedenklich.

A propos „Genuss“. Ist der Weihnachtsmarkt eher eine Veranstaltung für Gourmets oder Gourmands? Meines Wissens hat noch kein mir bekannter Weihnachtsmarkt einen Michelin Stern oder sonstige kulinarische Auszeichnung erhalten. Es ist eben in der Praxis eher ein kulinarischer Tiefflug als das Ergebnis von „haute cuisine„. Feinschmecker und Genießer sind eben nicht in allen Fällen deckungsgleich.

Angesichts der offerierten Kalorienberge, stellt sich uns Läufern die Frage, ob diese unserem Sport zuträglich sind. Hier könnte der weniger fette „Süßkram“ natürlich deutlich den Blutzuckerpegel anheben. Aber wer macht sich schon gern beim Laufen die Finger klebrig oder schmiert sich mit Zuckerwatte ein. Aus sportlicher Sicht, also eher „Finger weg“.

Aus einer ernährungsphysiologischen Perspektive heraus, würde man vermutlich 90% der offerierten Lebensmittel das Nutriscore Prädikat E verleihen.

Beispiel: Weihnachtsmann aus Schokolade

Positive Punkte: 0
Eiweiß: 4 / 5 (Wert: 7, gerundeter Wert: 7)
Ballaststoffe: 0 / 5 (Wert: 0, gerundeter Wert: 0)
Obst, Gemüse, Nüsse und Raps- / Walnuss- / Olivenöl: 0 / 5 (Wert: 0, gerundeter Wert: 0)

Negative Punkte: 28
Brennwert: 7 / 10 (Wert: 2393, gerundeter Wert: 2393)
Zucker: 10 / 10 (Wert: 55, gerundeter Wert: 55)
Gesättigte Fettsäuren: 10 / 10 (Wert: 22, gerundeter Wert: 22)
Natrium: 1 / 10 (Wert: 120, gerundeter Wert: 120)
Die Punkte für Proteine werden nicht gezählt, da die negativen Punkte größer oder gleich 11 sind.
Nährstofftabelle: 28 (28 – 0)
Nutri-Score: E

Kann denn Weihnachtsmarkt Sünde sein? Yes, we can. Aber angesichts des kulinarischen Tiefflugs muss man sich Fragen, ob das Schaden/Nutzen Verhältnis dies Wert ist. Wenn schon Sünde, dann doch lieber auf gepflegtem Niveau. Und hier kann es auch mit Michelin-Stern vegan und ernährungsphysiologisch vertretbar (Score A) sein. Dann darf man nach dem Mahl auch „Non, je ne regrette rien“ singen und erntet nicht die Michelin Figur.

 

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